Mein kleines Lied "Hoffnung" und der große Klang des Saxophons

Mit dem Saxophon in der Kirche stehen und meine eigenen Kompositionen spielen - das ist immer noch "mega", wie es derzeit heißt.

 

Gestern las ich mal wieder was über Adolphe Sax. Dass er mit dem Saxophon ein Instrument erfand, dass größere Räume füllen kann als eine Klarinette.

 

Ohja, das hat er. Ich bin ihm heute unendlich dankbar dafür. Das habe ich zuvor nie empfunden. Ich komme wohl in "das" Alter für "sowas".

 

Er selbst starb verarmt. Aber vielleicht bekommt er ja alles mit? Welche enorme Energien er freigesetzt hat mit seiner "Kanne"...

 

Aber warum schreibe ich das?

 

Ich wollte Euch von meinem Lied Hoffnung erzählen.

 

Es ist meine erste Eigenkomposition, die irgendwann zwischen 2001 und 2003 begann.

Zuerst kam es als Melodie zu mir und ich summte sie

Immer wieder kam sie zu mir. Immer die Gleiche. Bis ich sie festhalten konnte. Sie kam das erste Mal, als ich Mitgefühl mit dem Schmerz eines Freundes hatte. Aus meinem Innern kam sie und ich summte sie.

Sie war tröstlich, die Melodie. Für mich.

 

Später kam sie einfach so, wenn ich still wurde. Auf dem Fahrrad. Beim Spazieren. Einfach so. Immer wieder!

'Die Göttin spielt durch mich'

Kleiner Einschub: Das Summen von Tönen und Melodien kommt seitdem immer wieder zu mir. Mal tröstet es mich, mal ist es Ausdruck purer Lebensfreude, mal ein sanfter Tanz, mal eine Impro im Jazz-Song, die direkt ins Sax fließt. Es kommt immer aus dem Herzen. Aus der Entspannung. Und von der Göttin.

 

Wie bitte?!

 

Ja, richtig gelesen.

 

Hier braucht es noch einen Unter-Einschub: Ich hatte jahrelang täglich eine Affirmation aufgeschrieben. Als Wunsch, was werden solle - formuliert in der Gegenwart, als ob es schon so sei:

'Ich bin eine begnadete Saxophonistin und bezaubernde Clownin. Die Göttin spielt durch mich.'

Julia Cameron hatte das in ihrem Buch Der Weg des Künstlers empfohlen, das ich damals durcharbeitete, um meine Kreativität zu beflügeln. Mir blieb der Mund offen stehen, als ich wenige Zeit später jemand tatsächlich sagen hörte: "Und das ist Kristina, sie ist begnadete Saxophonistin". Huihuihui.

 

Die Lieder und Töne, die zu mir kommen, sind Geschenke. Ich denke sie nicht.

Sie kommen von da, wo es ganz still ist.

 

'(Die Göttin spielt durch mich'  ist also auch wahr geworden.)

 

Und sie berühren tief.

 

Mittlerweile wage ich, darüber zu schreiben, da ich so viele Rückmeldungen auf meine Lieder bekommen haben, die mir das bestätigen. Zum Beispiel gestern von Marion:

 

"Du bist in dem was Du tust so so groß. Hab ich Dir erzählt, was nachdem ich Deine Videos in der Kapelle gehört habe passiert ist. ich habe geweint und geheilt. Dafür bin ich Dir so so dankbar. Du großartige Zaubermaus."

 

 Ich glaube, die Lieder berühren tief, weil sie durch mich fließen und aus meinem tiefen Herzen kommen.

 

 

Zurück zur Geschichte meines kleinen Liedes "Hoffnung":

Ob es einen Text dazu gäbe?

 

Das Lied "Hoffnung" kam als einfache Melodie zu mir. Immer wieder. Irgendwann konnte ich es festhalten und wiedergeben, wenn ich es wollte. Ich spielte es recht bald auch mit dem Saxophon nach.

 

Irgendwann fragte ich mich, ob es einen Text dazu gäbe.

Ja.

Prompt kam er zu mir - für eine erste Strophe.

 

Und dann?

 

Nun geschah folgendes:

 

Eine meiner damaligen "Stammkundinnen" als Saxophonistin war eine Bestatterin. Sie wollte mich eigentlich als Clownin bei Messen einsetzen. Dazu kam es nicht. Aber sie hat meine Musik als Umrahmung zu einigen Veranstaltungen gebucht, wie z.B. Jazz zur "Patientenverfügung". Oder Chansons zur Beerdigung.

 

Vor einer dieser Veranstaltungen erzählte ich ihr von meinen Eigenkompositionen, die ich gerne in der Kirche spiele. Und dass es da auch einen Text zu gäbe. Neugierig bat sie mich, es vorzusingen. Mich - die ja nicht besonders singt. Aber sie schmolz dahin. Und fragte: "Und - wie geht es weiter? Das muss doch weitergehen!"

 

Auf dem Nachhauseweg im Auto kam sofort die Bridge und 2. Strophe dazu und plötzlich war es ein richtiges Lied, nicht nur so ein Anfang.

 

Nachdem sie es begeistert gehört hatte, buchte sie mich nun glatt mit Sax & Gesang meiner eigenen Komposition zum Totensonntag. Einer Andacht für Angehörige.

Ich sang.

Und anschließend spielte ich es Instrumental auf dem Sopransaxophon.

 

Tränen flossen. Ergriffenheit. Dankbarkeit. Ich wurde nach dem Text "Hoffnung" gefragt. Ich selbst war erstaunt, dass ich fürs Singen nun Geld bekam und es solche Wirkung hatte. Und es berührte mich - sozusagen "zurück". (Das meine ich mit der liegenden 8, diese Wellenbewegung der Berührung von mir zum Publikum und zurück).

 

Bei meinem 10-jährigen Jubiläum sang ich es nochmal, vor lauter Aufregung aber mit kurzem Blackout.

 

Zum Glück hat es bei einem Test eines Aufnahmegeräts geklappt und ich kann hier eine unperfekte Aufnahme mit Katze anbieten, damit Ihr wisst, um was es geht:

Hoffnung - die Worte hinter der Melodie

gesungen - Mitschnitt

Es bleibt offen, ob es ein Lied an eine Höhere Macht, an die Göttin ist - oder ein romantisches Liebeslied.

 

Deshalb passt es immer.

 

 

 

Der Text hängt als Kalligraphie an meiner Wohnzimmerwand.

der Text

Hoffnung

 

Komm sag mir, dass du die Hoffnung siehst,

komm sag mir, dass du mich immer liebst.

Daran glaube ich, das ist Zuversicht,

in meinem Herzen tief.

 

Und wenn du dann kommst,

dann bleibe ich steh'n,

die Stille ist da,

wird niemals vergeh'n.

 

Du reichst mir die Hand,

ich gleite hinein

und ich tanze und tanz

in den Himmel hinein.

 

Komm sag mir, dass du mir Freiheit lässt,

komm halt mich, halte mich ganz doll fest.

Danach sehn` ich mich,

das ist königlich.

In meinem Herzen – flieg!                      

 

 

© Text und Melodie 2006 Kristina Mohr. GEMA. Melodie instrumental auf

der CD "lichtklänge" zusammen mit G. Müller, 2008.


Hoffnung! Mit dem Saxophon von Schwerte bis New York

 

(Ja, das lass ich erstmal einen Moment wirken.)

 

 

All diese Worte stecken also in der Melodie, auch wenn ich die "nur" mit dem Saxophon spiele.

 

Zusammen mit "Ungeahnt", dessen Text noch auf seine Veröffentlichung wartet, habe ich "Hoffnung" seit 2005 in mehr als 46 gigantischen Klangräumen wie im Hamburger Michel oder dem Kohleturm des Industriedenkmals Zeche Zollverein gespielt. Im Blumenladen, im Central Park, beim Straßenmusikfestival, dem Erinnerungsgang der Stolpersteine, zum Frauenmahl und Kindergottesdienst - zu allen Anlässen, zur Hochzeit, Vernissage und Trauerfeier - als Saxophonistin oder Musik-Clownin. Ich spiele mich damit heil. Und andere auch.

 

Das Volumen des Saxophons ist gigantisch!

 

Es gibt so viele Geschichten dazu. Hier ein paar:

 

Auf unser CD lichtklänge gibt es eine Version, bei der Günter Müller das Lied mit seiner Querflöte umspielt - als ob er es umrankt und umschmeichelt. Wunderschön!

 

Als ich mich 2006 selbständig machte und die Schwerter Unternehmerinnen mit ihrem ersten Frauen-Branchenbuch durch die Straßen zogen, führte ich die Buch-Verteilung mit diesem ausdrucksstarken Lied an. Mit meinem Sopransaxophon! Ich war sehr stolz und glücklich.

So, Adolphe Sax, hättest du dir sowas vorstellen können?

Eine Frau mit ihrem eigenen Lied durch die Straßen, im öffentlichem Raum - auf dem Instrument DEINER Erfindung?

 

Hätte man es MIR vor 20 Jahren gesagt, hätte ich es selbst nicht geglaubt.

 

Ihr lieben LeserInnen!

Singen tu ich es nur privat - für Familie und FreundInnen.

Aber die Welt sollte jetzt endlich mal erfahren, was hinter diesem kleinen Lied steckt.

Ich möchte nämlich, dass es berühmt wird!

 

Eine Live-Instrumentalfassung aus Frankreich könnt Ihr auf der Unterseite lyrical. klang & raum. hören.

 

 

Danke für Eure Aufmerksamkeit.

Hoffnungsvolle Grüße,

Kristina!

 

 

PS  Da ich IMMER gefragt werde: Ja, das Lange da auf den Bildern ist ein Saxophon, keine Klarinette. Ein Sopransaxophon. Es kann aufgrund des kürzeren Corpus ohne Bogen (Knick) auskommen - wie es ja sonst das übliche Erscheinungsbild ist. Das Sopran KANN also gerade sein, gibt es aber auch gebogen. Clownin Lotte hat ein Gebogenes in kupferfarben. Jan Garbarek, der norwegische Saxophonist spielt auch ein Gebogenes.

PPS Die Central-Park-Geschichte ist auch erzählenswert

Ein einziges Mal war ich in den U.S.A., in New York. Ich wollte gerne in der U-Bahn spielen. Da das aber nur mit Genehmigung ging, wollte ich in den Central Park. Ein dort lebender Verwandter gab mir den Tipp, im Central-Park in den Strawberry Fields, nahe des Mosaiks "Imagine" zu spielen, das es dort zu Ehren John Lennons gibt. Dort sei Musikmachen erlaubt.

 

Wunderbar, also hin da. Ich schaute mich um und setzte mich schließlich auf eine schöne Rasen-Fläche und spielte. "Hoffnung" und "Let it be", glaube ich. In weiter Ferne nahm ich Touristen wahr, wie sie mich fotografierten. Einer fotografierte danach auch noch ein Schild neben dem Rasenstück.

 

Als ich fertig war, schaute ich nach, was auf dem Schild so Interessantes gestanden hat: Rasen betreten verboten. Live-Musik verboten. Oh! Verstehe :)

Ich freue mich über Eure Kommentare unten!

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Kommentare: 10
  • #1

    Manuela (Montag, 24 September 2018 11:57)

    Liebe Kristina

    Du berührst mit Deinem Gesang, mit Deinem Spiel auf dem Saxophon und als Clownin Menschen.

    Herzlichen Dank, dass Du die Töne zum Klingen und in die Welt bringst!

    Weiterhin viel Freude und Erfolg mit allem was Du machst. <3

  • #2

    Kristina (Montag, 24 September 2018 11:59)

    Danke für dein liebevolles Feedback, liebe Manuela!

  • #3

    Anja (Montag, 24 September 2018 15:24)

    Wow :-)
    Ich freue mich darauf, Dich irgendwann mal kennen zu lernen <3

  • #4

    Super Sabine (Montag, 24 September 2018 18:09)

    "Danke für dich und deine Töne,
    für dein Singen und dein Lied,
    für deine Kraft, du Schöne!
    Und für die Hoffnung,
    dass es ein morgen voller Liebe gibt."

    Sabine


  • #5

    Jana (Montag, 24 September 2018 22:45)

    Liebe Kristina, ich staune einfach nur, mit welch unglaublichen Talenten du die Welt bereicherst.
    Und immer wieder zauberst du etwas Neues aus deiner unerschöpflichen Schatztruhe. Du berührst und begeisterst mich sehr- DANKE! �

  • #6

    Kristina (Dienstag, 25 September 2018 07:12)

    Liebe Anja, Sabine und Jana! Ich danke Euch von ganzem Herzen für Eure wertschätzenden Kommentare. Happy Day!

  • #7

    Martina Baehr (Dienstag, 25 September 2018 09:05)

    Das ist eine ganz wunderbare Geschichte, liebe Kristina Sie zeigt sehr eindrücklich wie der Schöpfungsprozess abläuft. Ein Wechsel zwischen Empfangen des Göttlichen/aus dem Universum und Manifestieren/Umsetzen im Irdischen. Das lässt sich auch auf andere Bereiche übertragen, ich mach es beim Ausarbeiten und Umsetzen meiner Konzepte für Webinare, Coachings und Trainings ganz ähnlich. Dein Beispiel ist natürlich viel poetischer!!! Danke Dir dafür
    Martina

  • #8

    Christine (Mittwoch, 26 September 2018 08:33)

    Einfach wundervoll - deine Geschichte, dein Lied, deine Musik. Deine Musik hat Seele und berührt die Seele. Du trägst durch dein Instrument deine Gefühle nach außen. Dein Instrument lebt durch dich. Ich wünsche dir von Herzen viel Erfolg und dass sich deine (Musik)Träume erfüllen. Liebe Grüße Christine

  • #9

    Nina Doulgeris (Mittwoch, 26 September 2018 09:13)

    Oh wow...tief berührt von der Geschichte zum Lied...Hoffnung...ja, das ist was wir tragen, was wir immer wieder gebären...singen und klingen...lass die Göttin in dir weiterfließen�

  • #10

    Kristina (Montag, 01 Oktober 2018 15:09)

    Ganz herzlichen Dank für Eure herzlichen und wertschätzenden Kommentare, Martina, Christine und Nina!